Wichtiger Hinweis zur vollständigen Seitendarstellung:
Wir arbeiten auf dieser Seite mehrfach mit Popup-Fenstern zur Darstellung zusätzlicher Texte und Bilder (KEINE Werbefenster). Bitte schaltet deshalb für diese Seite Euren Popup-Blocker aus.

So haben wir uns die Tour vorgestellt:
- Anreise nach Pamplona am 15.04.
- Start zur 1. Etappe am 16.04. gleich nach dem Frühstück
- in weiteren 38 Etappen nach Santiago de Compostela, dort wollen wir am 24.05. vormittags eintreffen
- am 25.05 Aufenthalt in Santiago, am 26.05. nach dem Mittagessen zum Flugplatz und Rückflug.

 

Der Plan steht, die Rucksäcke sind gepackt, die Tour kann beginnen:
Fahrt mit der Usedomer Bäderbahn, der DB und der Berliner S-Bahn zum Flughafen Berlin-Schönefeld, Flug mit Easyjet nach Barcelona, mit der RENFE zum Hauptbahnhof von Barcelona.

Doch dann ...

Ehe wir unseren ausführlichen bebilderten Bericht beginnen, noch dieses. Wir haben unterwegs ein kleines Tagebuch geschrieben und alle 3 bis 5 Tage nach Hause gemailt. Wir haben es nicht gelöscht, sondern nur an eine andere Stelle verschoben. Nach der Rückkehr haben wir auch erste Bilder in zwei kleine Alben eingefügt, hier für Euch die Links:

Pilgertagebuch     Landschaften     Pilgerherbergen     Fotoalbum 2013    

Kathedrale BarcelonaRathaus Pamplona_KSchon bei der Anreise nach Pamplona gab es die erste Panne: für den Zug von Barcelona nach Pamplona waren alle Karten ausverkauft, einen Bus gab es an diesem Tage auch nicht mehr. Sollten wir etwa schon am Anfang der Tour unseren ersten Reservetag opfern müssen? Also erst mal eine preisgünstige Übernachtung suchen, die Busfahrscheine schon mal zur Sicherheit kaufen, Stadtbummel u. a. zur Kathedrale und dann eben erst am Folgetag weiterfahren.

Damit starteten wir zur ersten Etappe anstelle am Morgen des 16.4. erst am zeitigen Nachmittag, kamen in der Herberge in Uterga erst kurz vor 22 Uhr an. Zu allem Überdruss war die Herberge auch noch voll. So haben wir das Angebot, mit dem Auto die letzten 9 km nach Puente la Reina / Gares mitgenommen zu werden, dankend angenommen und lagen so auch wieder im Zeitplan.
Bilder: Kathedrale Barcelona (l.), Rathaus Pamplona (r.) 

Zu den Entfernungen:
Die Angaben in den einzelnen von uns genutzten Quellen gehen teilweise bis 10% auseinander. Deshalb haben wir uns entschieden, die Angaben aus dem Kompass Wanderführer “Jacobsweg Spanien” und der Kompass Karte 133 “Spanischer Jacobsweg” zu verwenden. Wohl hatten wir 2012 auch einen GPS-Fahrradtachometer mit, doch lagen die angezeigten Werte oft bis zu 10% über den Kartenwerten. Als Ursache vermuten wir eine schlechte GPS-Abdeckung, das Gerät hat oft die Satelliten neu gesucht, deshalb wohl die falschen Entfernungsangaben.

Die ersten 4 Etappen:
Pamplona - Puente la Reina über den Perdon-Kamm mit dem Monumento al Peregrino (23 km); Puente la Reina - Estella (20 km); Estella - Los Arcos (21 km); Los Arcos - Viana (18 km)
Bereits diese vier Etappen boten uns auf 82 km einen Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten Wochen erwartet: Asphaltstraßen, bequeme Wanderwege, steinige und steile Pfade, Schlammpassagen, dazu Sonne, Wolken, kalter Wind, auch Regen (trotzdem war das Wetter noch besser als die Vorhersage auf wetter.com, die wir uns kurz vor unserer Abreise angesehen hatten).

DSCI0046_K
Puente-Kirche_K Puente-Brücke_K

Die Kirche und die Pilgerbrücke in Punte la Reina / Gares

Irache Bodegas Irache

Irache: Blick auf das Kloster, der Pilgerbrummen an der Weinkellerei von Irache (aus dem rechten Hahn kommt Wasser, der linke spendet schmackhaften Rotwein), ein Kreuzgang des Klosters aus dem 12. Jahrhundert

Kloster Irache
Perdon-Kamm_K

Das Monumento al Peregrino auf dem
Perdon-Kamm in 780m Höhe

Viana_K

Blick auf Viana

Etappen 5 bis 10:
Viana - Navarrete (22 km); Navarrete - Azofra (21 km); Azofra - Santo Domingo de la Calzada (16 km); Santo Domingo de la Calzada - Belorado (24 km); Belorado - San Juan de Ortega (22 km, damit haben wir schon gut ein Viertel der Strecke bewältigt - 187 von etwa 712 km); San Juan de Ortaga - Burgos (26 km, gesamt 213 km).

Logrono Ebro-BrückeNavarreteIn Logrono (Bild links) hatten wir erstmals kleine Orientierungsprobleme: wir haben die Wegweisung für den Stadtrundweg mit der für den Camino verwechselt und damit bestimmt einen Umweg in der Stadt gemacht.
Von Navarrete (Bild r.) aus wollten wir eigentlich nur bis Najera laufen. Doch wir waren schon kurz nach dem Mittag am Ziel, und anstelle auf das Öffnen der Herberge zu warten, sind wir bis Azofra weiter gegangen. Dieser Abschnitt war etwas schwieriger, in der Mittagssonne hatten wir einen steilen Anstieg aus dem Ort heraus zu bewältigen.


Kathedrale Calzada-1Kathedrale Calzada-2Herberge CalzadaDurch die Kürze der Etappe von Azofra nach Santo Domingo de la Calzada hatten wir ausreichend Zeit, uns am gleichen Tage noch den Ort und die Kathedrale (Bild links und Mitte) anzusehen, rechtes Bild die Pilgerherberge.

Eine Besonderheit ist ein Hühnerkäfig in der Kirche, in dem ein Hahn und eine Henne gehalten werden. Lest hier, was es damit auf sich hat.

 

Redcilla-3Redcilla-2Redcilla-1Belorado hatten wir eigentlich gar nicht als Ziel der nächsten Etappe geplant, doch die sowohl bei DUMONT als auch im KOMPASS genannte Albergue in Villamayor del Rio kannte keiner - sie soll gar nicht mehr existieren.
In Redecilla del Camino (Bilder rechts) haben wir die Region Rioja (Navarra) verlassen, wir sind jetzt in der Provinz Burgos (Castilla y Leon). Die Verlängerung bis Belorado und unsere gute Kondition waren für uns Anlass, die folgenden drei Etappen auf zwei zusammen zu fassen.

Belorado-Iglesia de Santa MariaHerberge OrtegaDie Kirche Santa Maria in Belorado (Bild links) zeigt auf ihrem Hochaltar den Heiligen Jakobus einmal als “Maurentöter” und darunter als Pilger.

Der Bau etlicher Brücken und Klöster ist auf das Wirken des später heilig gesprochenen Juan de Ortega zurückzuführen, so auch das im 12. Jh. gebaute Kloster und die romanische Kirche (rechtes Bild). Im Klostergebäude befindet sich auch seit alter Zeit die sehr einfach ausgestattete Pilgerherberge.

Matagrande-KPilgerweg-240Pilgerweg-241Auf dem Matagrande (links, 1082 m ü. NN) haben an dem Kreuz vor uns schon Tausende Pilger Steine abgelegt.

Das Wetter in den vergangenen Tagen hatte für uns auch alles parat: Sonne, Wolken, teilweise starken Wind (natürlich als Gegenwind), auf der Strecke gelegentlich auch etwas Regen.

Burgos, gegründet Mitte des 9. Jahrhunderts, alte Königsstadt, heute Provinzhauptstadt mit 170.000 Einwohnern. Die gotische Kathedrale stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Burgos-AlbergueBurgos-KathedraleBurgos-BrunnenBurgos-Kathedrale-Portal

Die Albergue de Burgos

Die Kathedrale von Burgos

Brunnen und ein Portal der Kathedrale

Etappen 11 bis 15:
Burgos - Hornillos del Camino (21 km); Hornillos del Camino - Castrojeriz (21 km); Castrojeriz - Boadilla del Camino (20 km); Boadilla del Camino - Carrion de los Condes (24 km); Carrion de los Condes - Calzadilla de la Cueza (17 km, gesamt 316 km)

Rabé de las CalzadasViele Ortsnamen - nicht nur auf der Etappe von Burgos nach Hornillos ... - tragen Zusätze, wie z. B. “del Camino” = der Weg, am Wege, gemeint ist damit selbstverständlich der Pilgerweg, oder “de la Calcada” oder “de las Calcadas” (Calcada = die gepflasterte Straße), der Ortsname besagt, dass der Ort früher an einer oder mehreren gepflasterten Straßen lag (z.B. Rabé de las Calcadas, rechts). Leider sind diese Straßen teilweise verfallen oder wurden modernisiert (mit Asphalt oder Beton).

Regen-2Regen-1Auf dem Wege von Hornillos nach Castrojeriz hatten wir nahezu durchgängig Regen. Entsprechend “staubfrei” waren auch die Wege.

Albergue SambolSan Anton








  Bemerkenswert unterwegs: die Albergue Sambol (San Bol, sehr schlicht, nur 10 Plätze, Quellwasser, Meditationsraum) und die Ruine des Kosters San Anton (Gründung im 12. Jh., von französischen Mönchen getragen). In dieser Ruine befindet sich eine Albergue mit 12 Plätzen, wird nur bei schönem Wetter empfohlen.
 

Herberge CastrojerizHerberge BoadillaGerichtssäule BoadillaDie Etappe nach Boadilla begannen wir an der Albergue San Esteban (Castrojeriz, links) wieder bei Regen. Dazu kam auch gleich ein kräftiger Anstieg bis auf über 900 m, ohne dass uns die Sicht dafür entschädigt hätte. Am Ziel erwartete uns die Albergue en el Camino (Mitte), eine gut eingerichtete Privatherberge mit einem von den Hospitaleros geführten Restaurant - das Abendessen und Frühstück waren gesichert. Nahe der Herberge steht die spätgotische Gerichtssäule El Rollo de Boadilla (Pranger, 15. Jh., rechts).

 

Canal de CastillaKanalhäuschenNeben der P980Von Boadilla verläuft der Weg am Canal de Castilla, erbaut 1753 - 1850 nach Plänen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, nach Fromisto. Der Kanal diente anfangs hauptsächlich als Transportweg für Getreide, später der Energiegewinnung (Mühlenantriebe, Strom), heute vor allem der Bewässerung.
Die Kanalhäuschen wurden zum Schutz der Wasserregulierung in den Bewässerungskanälen gebaut.

Südportal der ehem Kirche SantiagoCarrion - Iglesia de Santa Maria del CaminoKloster San ZoiloAb Fromista ging es auf einem Sandweg immer entlang der Straße P980, der vielleicht schönere Weg über Villovieco (auch in denKarten eingetragen) ist nach Regentagen nicht empfehlenswert.
In Carrion de los Condes lohnt es sich, die Iglesia (Kirche) Santa Maria del Camino (Mitte) oder auch das Südportal der Iglesia Santiago (rechts, beide 12. Jahrhundert) anzusehen.
Das Kloster San Zoilo (links, gegr. im 11. Jh.) wurde indessen in ein edles Hotel umgebaut.

 

Via aquitanaentkrautenDer nächste Tag führte uns bei gutem Wetter (Sonne, Wolken, schwacher, später auffrischender Wind) erst etwa 6 km auf einer fast nicht befahrenen Asphaltstraße, die dann von einer gut begehbaren Sandstraße abgelöst wurde - der alten Römerstraße Via Aquitana - nach Calzadilla de la Cueza. Enttäuscht waren wir darüber, dass das sicher notwendige Entkrauten der Bewässerungsgräben durch Abbrennen erfolgte und damit auch große Sträucher und Bäume abgestorben sind.

Etappen 16 bis 21:
Calzadilla de la Cueza - Sahagún (24 km); Sahagún - El Burgo Ranero (17 km, damit haben wir etwa die Hälfte des Gesamtweges geschafft); El Burgo Ranero - Mansilla de las Mulas (19 km); Mansilla de las Mulas - León (13 km); León - Villar de Mazarife (22 km); Villar de Mazarife - Hospital de Órbigo (14 km, gesamt 431 km)

MoratinosGrenzstein PalenciaIn Moratinos treffen wir erneut auf einige Erdhäuser. Die sollen vermutlich im Mittelalter als Verstecke gedient haben. Auch im weiteren Verlauf des Caminos haben wir noch weitere Erdhäuser gesehen, die offensichtlich auf Grund der Kühle im Inneren auch heute noch genutzt werden.
Der alte Grenzstein markiert kurz vor Sahagún die Grenze zwischen der Region Palencia und León.

Schon auf der Strecke nach Sahagún, mehr aber auf den folgenden beiden Abschnitten, machen wir Bekanntschaft mit der Adobe-Bauweise
Brücke SahagúnAlbergue Doménico LaffiDie Brücke am Ortsausgang von Sahagún steht auf Fundamenten aus dem Jahre 1085. Wir haben uns für den “Real Camino”, ein Stück königlich privilegierten Weges, entschieden. Anfangs zweifelten wir daran, auf dem richtigen Weg zu sein, denn über viele Kilometer war keine einzige Wegemarkierung.
Die Albergue Doménico Laffi in El Burgo Ranero ist ein moderner Adobe-Bau mit offenen Dachstuhl.

 

Sachen trocknenSachen trocknen 2Die Etappe von El Burgo Ranero nach Mansilla de las Mulas war wieder regenreich, kurz vor dem Ziel dann noch ein heftiger Gewitterguss.Da waren wir sehr froh, dass sich auf dem beheizten Herbergsflur Wäschrtrockenmöglichkeiten und für die Schuhe ausreichend Zeitungspapier fanden. Wir können hier eine Notiz im Pilgerführer nur betsätigen: Laura, die Hospitalera, ist eben ein Juwel.
Am nächsten Morgen: Aufwachen bei Starkregen, dann noch Nieselregen, der bis zum Abmarsch aufhörte. Unterwegs wieder zeitweilig Regen.

 

Brücke über den Rio PormaKathedrale Leon 1Plaza Mayor leonDer Weg nach León verläuft meist parallel zur N120, nur die Brücke über den Rio Porma ist sehr kritisch: schmale Fahrbahn, kein Fußweg.

Die Kathedrale Leóns (weitere Bilder) ist auf jeden Fall einen Besuch wert, hervorheben möchten wir auch, dass ein Audio-Guide (deutsch) zur Verfügung steht. Die Herberge Convento Santa Maria de las Carbajalas bot für uns eine “Überraschung”: getrennte Schlafsäle für Männer und Frauen - in unseren ungleich großen Rucksäcken war auch alles so verpackt, wie es am besten passte. Zudem war der Aufenthalts- und Essenraum viel zu klein.
Museum LeónPilger gestern und heuteWegweiser_Santiago

Die Bilder: Museum von León, Pilgerdenkmal vor dem Museum, Wegweiser “noch 306 km bis Santiago”

Den Abschnitt von León nach Hospital de Órbigo haben wir in zwei Etappen geteilt, 38 km an einem Tage wären uns zu viel gewesen. So gab es eine Zwischenübernachtung in der Albergue San Antonio de Padua (Privatherberge, l.) in Villar de Mazarife. Über die längste Brücke des Camino gelangten wir schließlich nach Hospital de Orbigo. Auf dem Turnierplatz neben der Brücke finden jährlich Festspiele zu Ehren des tapferen Ritters Suero de Quinones statt.
Die Albergue San Miguel (r.) steht in unserer persönlichen Hitliste auch sehr weit oben: Begrüßung mit einem kleinen Becher Rotwein, das besondere Ambiente, die gut ausgestattete Küche und das umfangreiche Pilgerfrühstück.
Albergue San Antonio de PaduaBrücke über den Rio OrbigoAlbergue San Miguel 1

Etappen 22 bis 26:
Hospital de Orbigo - Murias de Rechivaldo (19 km); Murias de Rechivaldo - Foncebadon (20 km); Foncebadon - Ponferrada (27 km); Ponferrada - Villafranca del Bierzo (25 km); Villafranca del Bierzo - Vega del Valcarce (16 km, gesamt 538 km)
 

Rückblick auf Hospital de Orbigo

Pilgerdenkmal in der Nähe des
El Santo

 

Crucero de San Toribio mit dem Blick 
auf Astorga

Bischofspalast von Antonio Gaudi (1887): Eingangsportal

Mittelalterliche Brücke
bei San Josto de la Vega

Warten auf das Pilgermenü in Murias de Rechivaldo

“Spaziergang” an unserem Hochzeitstag: von Murias de Rechivaldo nach Foncebadon, Entfernung 22 km, Höhenunterschied über 500m, trübes Wetter, überwiegend bewölkt, aber mit angenehmen Temperaturen, nur kurz vor dem Ziel hat es dann doch noch geregnet.

In der unteren Reihe:
links: In der Cantina el Tesin gab es unser Mittagsessen
Mitte: Das hintere Gebäude der Albergue “Monte Irago” in Foncebadon
rechts: Unsere “Hochzeitssuite” in der fast ausgebuchten Herberge, das einzige Quartier, in dem wir mit Matratzen auf dem Fußboden vorlieb nehmen mussten.

Von Foncebadon sollte es eigentlich nur bis Molinaseca gehen, aber wir haben noch ein paar Kilometer dran gehangen bis Ponferrada. Abmarsch bei tiefliegenden Wolken, nasskalt, Schlammwege. Nach Passieren des Cruz de Ferro wurde es schnell besser, Sonne und Wärme ließen uns die
warme Kleidung ablegen. Trotzdem war der Abstieg (900 Höhenmeter) durch die steinigen Wege beschwerlich. In dem verlassenen Bergdorf Manjarin erwartet den Pilger eine etwas pittoreske Herberge mit Hospitalero Tomas im Templerhemd. Am Ende des Ortes El Acebo treffen wir auf ein Denkmal für einen verunglückten deutschen Radpilger. Unterwegs überqueren wir in Molinaseca auf einer alten Steinbrücke den Meruelo. Sehenswert in Porferrada (Provinzhauptstadt, 65.000 Einwohner) ist die Templerburg aus dem 12.-15. Jahrhundert. Wir nächtigten in der Gemeindeherberge San Nikolás de Flüe direkt neben der Iglesia (Kirche) del Carmen.

DSCI0654 - Ermita de San Blas y San Roque in ColumbrianosCamponarayaDSCI0659 - Kirche in CacabelosSonnenschein, frühsommerliche Temperaturen, wenig Schatten, hügelig und viele Weinfelder kennzeichnen die Strecke von Ponferrada nach Villafranca del Bierzo. Wir durchwandern die Orte Columbrianos mit der Ermita de San Blas Y San Roque, Camponaraya (am Ortsausgang eine große Genossenschaftsweinkellerei mit dem Wein- und Caminodenkmal und der Möglichkeit zu einer Weinprobe), Cacabelos (Kirche). Die letzten Kilometer von Valtuille de ariba bis Villafranca del Bierzo erschienen uns endlos. Die Stadt Villafranca hat ihrenNamen aus der Zeit, als sie noch hauptsächlich von Franzosen besiedelt war (“Stadt der Franzosen”), wegen ihrer vielen Kirchen und Pilgerherbergen wird sie auch als das “kleine Santiago” genannt.

DSCI0667 - Villafranca Brücke über den BurbiaDSCI0673 - Friedhof PerejeWir verlassen Villafranca über die Brücke über den Rio Burbia. Kurz hinter der Brücke verzweigt sich der Camino: nach rechts führt der “Camino duro” steil bergauf (lohnenswert, aber anstrengend, über 400m Höhenunterschied auf und wieder ab), links bleiben wir im Tal des Valcarce, durch den schon in früheren Jahrhunderten der Pilgerweg führte. Auf diesem Weg erreichen wir die Ortschaft Pereje mit seinem für die iberische Halbinsel typischen Friedhof.

DSCI0678 - La Portela Kirche 2DSCI0680 -La  Portela Kirche DSCI0670 - Pilgerweg im Valcarcetal entlang der N VIDer Pilgerweg durch das Valcarce-Tal führt entlang der Nationalstraße VI. Entgegen der Beschreibung in Hape Kerkelings Buch (Stand 2002) ist der Weg jedoch ungefährlich: eine Betonbarriere trennt den Camino von der Fahrbahn, die Straße ist durch die neue Autobahn nur noch wenig befahren. In La Portela hatten wir Gelegenheit, eine kleine Kirche auch mal von innen zu sehen. Unser heutiges Tagesziel war in Vega de Valcarce die Albergue do Brasil (Bilder). An dieser Stelle unser Dank an Johanna, die rührige Hospitaliera.

Etappen 27 bis 30:
Vega del Valcarce - O Cebreiro (11 km); O Cebreiro - Triacastela (21 km); Triacastela - Sarria (23 km); Sarria - Mercadoiro (18 km, gesamt 611 km)

Gabelung hinter Ruitelan Grenze Galicien O Cebreiro Kirche
O Cebreiro Palloza

Die heutige Etappe führt uns noch einmal auf eine Höhe von 1250m nach O Cebreiro. Hinter Ruitelan gabelt sich der Weg für die Fußpilger und die Radfahrer, letztere werden über die Straße nach La Faba geleitet. Etwa 4 Stunden später stehen wir an der Grenze zu Galicien, nach einer weiteren halben Stunde sind wir an der Iglesia de Sta. Maria la Real in O Cebreiro. Fast nur noch in Galicien anzutreffen sind die Pallozas, Rundbauten aus Stein mit einem hölzenernen Dachstuhl, heute sind außer der Tür auch meist noch Fenster vorhanden.

Am nächsten Tag, in den Tälern hängen noch tiefe Wolken, geht es weiter über den Alto San Roque, Fonfria (Dorfkirche), den Weiler Biduedo (Palloza), Ramil (800 Jahre alte Kastanie) nach Triacastela

O Cebreiro Kirche-2
O Cebreiro am Morgen Alto San Roque-2
Fillobal Kirche-1 Fillobal Kirche-2

Für den Abschnitt von Triakastela nach Sarria stehen 3 markierte Wege zur Verfügung: über San Xil, Calvor (17 km), über Samos und Aguiada oder über Samos und Aian (beide Wege 23 km). Wir haben uns für Samos - Aguiada (u.r.) entschieden und damit sicher eine gute Wahl getroffen: das Kloster Samos ist einen Besuch wert, wenn es zeitlich klappt, sollte man auch die Führung (leider nur in spanischer Sprache) mitmachen. Obwohl der Weg über mehr als 12 km in der Nähe des Rio Sarria verläuft, ging es doch ständig auf und ab.

Weiler Biduedo Palloza
Ramil - Kastanie
Weg nach Samos Aguiada Sarria
Sarria Ortsauagang Mercadoiro Herberge

Von Sarria (alte Steinbrücke am Ortsausgang) bis Mercadoiro war es eine leichte Etappe. Zudem verhieß uns der Kilometerstein am Wege, dass es bis zum Ziel in Santiago de Compostela nur noch 100 km sein sollen. Die Albergue wurde aus einem alten Bauernhof hergerichtet.


noch 100 km

Etappen 31 bis 36:
Mercadoiro - Ventas de Naron (18 km); Ventas de Naron - Palas de Rei (12 km); Palas de Rei - Melide (15 km); Melide - Arzua (15 km); Arzua - Pedrouzi (20 km); Pedrouzi - Santiago de Compostela (21 km, gesamt 712 km)

Vier Etappen in Folge mit höchstens 15 km am Tage waren nicht einer etwaigen Erschöpfung geschuldet. Vielmehr hatten wir durch den Rückflugtermin mehr Zeit als ursprünglich geplant.

Portomarin-1Nach 5km erreichen wir Portomarin. Der Ort befindet sich erst seit Ende der 50er Jahre an seinem heutigen Platz, der alte Ort versank ab 1962 im Stausee von Belesar. Wichtige Bauten wurden jedoch vorher abgetragen und auf dem Berg wieder errichtet: die romanische Kirche San Juan, zwei Stadtpaläste, eine Flussbrücke (weitere Bilder). Die 31. Etappe endete in Venta de Naron.
Eine weitere Besonderheit in Galicien sind die Horreos, spezielle Erntespeicher. Durch die Bauweise (luftdurchlässige Seitenwände) konnte die Ernte nicht verschimmeln, für Mäuse ... war die überstehende Bodenplatte ein wirksames Hindernis. Heute haben sie ihre alte Bedeutung weitgehend verloren.

Brunnen PalasPalas MariaNächstes Ziel ist Palas de Rei. Wieder einmal haben wir in einer privaten Herberge geschlafen: Albergue Buen Camino. Gut - unsere Schlafstätte, Kritik für die Küche (Gasherd ging nicht, fast kein Geschirr), Mahlzeiten nur außer Haus. Auch ein Blick in die Kirche lohnt sich.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Melide. In der Bar “Die zwei Deutschen” (Bild unten rechts) mussten wir selbstverständlich einkehren, der Rührkuchen nach original deutschem Rezept war einfach
  fantastisch. Über die alte SpitzbogenbrückeLeboreiroLeboreiro Kirche Santa Maria
gelangen wir zunächst nach Leboreiro. Dort besichtigen wir die Iglesia Santa Maria (weitere Bilder).

 Die zwei DeutschenIn Melide haben wir erst ein wenig gesucht, um die Herberge zu finden. Es dauerte trotzdem noch eine Weile, bis die Herberge öffnete. Wie schon in O Cebreiro fehlte in der Küche jegliches Geschirr und Besteck, wozu dann überhaupt der große Raum? Glücklicherweise war es nicht weit bis zur nächsten Bar, in der wir unser Abendessen und Frühstück erhielten.

WaschhausSteinbrückeNoch drei Tage und etwa 60 km bis zum Ziel. Der Weg nach Arzua kreuzt mehrfach die Nationalstraße 547, wir kommen an einem restaurierten Waschhaus vorbei, queren den Rio Castol (hier sind selbst Radfahrer abgestiegen), vorbei am Brunnen Fonte da Saleta und an der Kirchevoll in Boente de Arriba. Die Herberge in Arzua ist in einem umgebauten Altbau. Wir hatten schon eingecheckt, als an der Tür ein unbeliebtes Schild angebracht wurde. Negativ: Küche / Speiseraum zur Frühstückszeit verschlossen
Boente-2Boente-1Arzua

Calle-1Calle-2Nur noch zwei Etappen trennen uns von unserem Ziel. Nach einem Minifrühstück (nur ein paar Waffeln und Fanta im Stehen - geschlossener Speiseraum, siehe oben) ging es bei zunächst trüben und kühlen Wetter los. In Calle sollten wir einen über den Weg gebauten Horreo sehen, es existierten aber nur noch die Grundbalken. Sehr gut erhalten (oder gut restauriert?) war aber die Calzada durch den Ort, anstelle der Furt wurde eine Minibrücke eingefügt. Einziger Schwachpunkt: der Camino kreuzte mehrfach die viel befahrene Nationalstraße.

Letzte EtappeLavacolla KircheSantiago noch etwa 12 kmMonte do Gozo

Santiago - geschafftSantiagoSantiago - wir kommen!
Nur 21 km trennen uns noch vom Ziel. Bequeme Wege, leicht hügelig. Wir werfen einen kurzen Blick in die Kirche von Lavacolla, der Stein “Santiago” weckt falsche Hoffnungen - es sind immerhin noch über 10 km. Ab Monte do Gozo haben wir leichten Nieselregen. Die Herberge unserer Wahl, die Residencia de Peregrinos San Lazaro, liegt gleich am Stadtrand und gewährt uns Quartier für mehrere Tage. Wir lassen dort gleich unser Gepäck, ehe wir uns auf den Weg zur Kathedrale machen.

 

Wir haben es   G E S C H A F F T

Jetzt haben wir noch reichlich vier Tage in Santiago zur Verfügung, ehe wir den Rückflug in die Heimat antreten müssen. Genug Zeit, die Altstadt zu erkunden, mit dem Bus ans “Ende der Welt” (Kap Finisterre) zu fahren, ein kleines Stück des Pilgerweges nach Fisterra zu laufen mit einem herrlichen Blick auf Santiago und zum Abschluss noch an einer Pilgermesse in der Kathedrale teilzunehmen.

Die Bilder und Eindrücke haben wir auf der Unterseite Santiago de Compostela zusammengefasst.